Football cares


Euphorie? Diesmal nicht!

Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her. Trainingsauftakt bei Borussia Dortmund. Die Neuzugänge sind auch gleich voll dabei. Kuba wird schon als Nachfolger Figos gehandelt. Zudem kommt noch der gestandene Juventus-Verteidiger Robert Kovac zu uns. Zwar verletzt, aber laut der Namensliste seiner bisherigen Vereine weltklasse. Und dann auch noch Federico, der Topscorer der 2. Bundesliga in der Saison 06/07. Auf der Bank hat man den Retter sitzen. Ohne ihn wäre der Verein finanziell am Ende. Sein Name: Thomas Doll. „Mit dieser Mannschaft können wir Power-Fußball spielen.“, „Ich bin davon überzeugt, dass wir über eine der besten Innenverteidigungen der Liga verfügen.“. Solche Aussagen bekommt man in diesen Tagen von ihm zu hören. Was soll denn jetzt noch schiefgehen?

Ich geb’s zu. Auch ich habe mich damals von dieser Euphorie anstecken lassen. Auch ich bin damals ins Westfalenstadion gepilgert, um die Mannschaft zu begrüßen, die es endlich schaffen sollte: Den Verein langsam aber sicher dahinzuführen, wo er ja eigentlich hingehört.

Ca. 6 Wochen später: Die erste Bundesliga-Partie. Man beginnt die neue Spielzeit mit einem Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Alle sind heiß auf dieses Spiel und überhaupt auf die folgende Saison. Das Resultat: 1:3.

Was an den nächsten 33 Spieltagen passiert, wissen wir alle. Der BVB ist die graue Maus der Liga, verteidigt ihren 13. Platz tapfer und kassiert in 34 Spielen 62 Gegentore. Trotzdem darf der Pokal nicht unerwähnt bleiben. Der Verein zieht nach 1989 endlich wieder ins Finale ein, in dem man gegen den FC Bayern verliert. Ein wunderbares Erlebnis und zweifellos die positive Seite dieser Saison. Diese positive Seite wird aber laut Doll in den Medien zu häufig missachtet. Es kommt zur bekannten Wutrede und später auch zur Trennung.

Im Nachhinein wird bekanntgegeben, dass Jürgen Klopp neuer Trainer bei Borussia Dortmund wird. Nach seiner Vertragsunterschrift geht es dann aber auch gleich wieder in Richtung Bodensee, um den 82 Mio. in Deutschland taktisches Verständnis näherzubringen. Nach den Sendungen im ZDF pendelt er hin und her zwischen Bregenz und Dortmund, um die Personalplanung voranzutreiben. Das geht drei Wochen so, bis die UEFA ihren Europameister gefunden hat. Klopp beendet seine „TV-Karriere“ und macht damit Platz für den Fußball-Rentner Oliver Kahn. 64 Stunden nach dem EM-Finale bittet der neue Hoffnungsträger zum Trainingsauftakt. Ich bin auch wieder da, genau wie die Neuzugänge. „Santana ist ein ähnlicher Spielertyp wie Naldo, nur aggressiver.“, meint Dede zuvor in einem Interview. Was soll denn jetzt noch schiefgehen?